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PCIe 16x zu 8x Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage, wie man eine 16x PCI-Express-Karte in einem 8x Sockel betreiben kann. PCIe-Karten sind, was die elektrische Übertragung angeht, Abwärtskompatibel. Daher kann man eine 16x Karte in einen 8x Steckplatz stecken. Die Karte läuft dann mit 8x Geschwindigkeit. Aber es gibt unterschiedlich lange PCIe-Sockel und eine lange Karte passt mechanisch nicht in einen kurzen Sockel, obwohl die Karte (würde sie reinpassen) automatisch auf die entsprechend niedrigere Geschwindigkeit umschalten könnte. Größere Steckplätze können kleinere Karten aufnehmen aber nicht umgekehrt. Es gibt unterschiedliche elektrische Geschwindigkeiten bei PCI-Express-Karten: 1x, 2x, 4x, 8x und 16x. Mit steigender Geschwindigkeit benötigt die Karte ein paar elektrische Verbindungen (Lanes) mehr. So vermehrt sich die Anzahl der Steckkontakte an der Karte mit ihrer Geschwindigkeit. In Richtung der Steckplatzblende befinden sich die Kontakte, die jede Karte benötigt, zum Beispiel für die Spannungsversorgung. Danach folgt eine Aussparung und dann kommen die Kontakte für die Lanes. Allerdings benötigt die Karte nicht zwingend alle Lanes. Werden die hinteren Lanes nicht angeschlossen, schaltet die Karte auf die nächst kleinere Geschwindigkeit runter. Passend zu den Steckkontakten an der Karte gibt es Sockel mit unterschiedlich vielen Pins. Es gibt Steckplätze mit 36 (1x), 64 (2x und 4x), 98 (8x) und 164 (16x) Pins. Eigentlich könnte jeder Mainboard-Hersteller sein System mit 164 Pin Sockeln bestücken, selbst wenn er weniger Lanes kontaktiert. Dann würden alle Karten problemlos in den Sockel passen und automatisch auf die Geschwindigkeit schalten, die durch die tatsächlich angeschlossenen Lanes möglich wäre. Leider benutzen einige Hersteller kürzere Sockel und in die passen die langen Karten mit 164 Kontakten nicht hinein. Offenbar sind einige Hersteller sogar so gemein und bestücken einen 164 Pin Sockel, den sie aber mit kleinen, quersitzenden Trennstücken absperren, sodaß nur kürzere Karten reinpassen. Das Problem ist nun, dass billige PCI-Express Grafikkarten fast immer in 16x Ausführung mit 164 Kontakten angeboten werden. Mit etwas Mut und Werkzeug kann man diese Karten aber trotzdem in kurzen oder gesperrten Sockeln betreiben. So geht es: Adapter verwenden Es gibt Adapter, die den Steckplatz verlängern. Allerdings "erhöhen" sie den Steckplatz um ein paar Millimeter, so dass sich das Gehäuse des Rechners nicht mehr schließen lässt. Und sie kosten doch tatsächlich in etwa soviel wie eine billige Grafikkarte. Steckplatz auffräsen Man kann einen kurzen Steckplatz hinten auffräsen, so dass die überschüssigen Pins der Karte einfach heraushängen. Auch die böswillig eingebauten Trennstücke lassen sich mit Werkzeugen entfernen um den Weg für längere Karten frei zu machen. Es gibt ein paar Leute die mit heißen Klingen, Dremeln und der Gleichen Erfolg hatten. Für billige Mainboards und teure Grafikkarten zu empfehlen. Schlitz in Karte feilen Da ich Angst um mein Intel SE7320SP2 Board hatte, habe ich lieber einen Schlitz in meine 29 € GigaByte Radeon HD 2400 XT gefeilt. Das hat funktioniert. Den Schlitz habe ich mit einer kleinen Schlüsselfeile gemacht. Zuerst muss man wissen, an welche Stelle der Schlitz gehört. Die Karte hat je die Hälfte der Kontakte auf einer Seite angeordnet. Hat man einen 98 Pin Sockel (8x) befinden sich also (98 geteilt durch 2) 49 Kontakte an jeder Seite der Karte. Kontakt Nr. 50 wird nur für den nächst größeren (164 Pins / 16x) Sockel benötigt. Er und alle Folgenden (weg von der Steckplatzblende Richtung Kartenende) können weggefeilt werden. Ein kleiner Schlitz an dieser Stelle reicht aber aus. Den passenden Pin kann man sich abzählen und mit einem Filzstift markieren: Ich habe mich leider verzählt und an meiner Karte den Kontakt Nr. 49 markiert und der Feile geopfert. Damit läuft meine Karte jetzt nur noch mit der nächst niedrigen Geschwindigkeit 4x. Für mich war es egal, da mein 98 Pin Sockel vom Hersteller eh nur mit 4x Lanes kontaktiert war. Beim Feilen muss man darauf achten, dass keine Kupferreste überig bleiben, die Kurzschlüsse zwischen den Leiterbahnen verursachen könnten. Es empfiehlt sich ausserdem einen Kupferdraht aus einem Kabel um Handgelenk, Feile und Steckplatzblende der Karte zu wickeln, damit alle Teile auf dem selben elektrischen Potential liegen und keine ESD-Schäden an der Karte entstehen. Das Ergebnis sieht nach fünf Minuten Arbeit so aus: Die Karte passt anschließend in den kürzeren 98 Pin Sockel und schaltet automatisch runter auf die passende Geschwindigkeit: Es sei darauf hingewiesen, dass diese Operation bei einigen Karte vielleicht nicht funktioniert und die Karte am Ende kaputt ist. Möglicherweise verstecken sich Leiterbahnen im Innern der Karte zwischen den Kontakten. Wenn man die durchtrennt ist die Karte im Eimer. Allerdings ist eine Operation am Sockel auch nicht ohne Risiko. Beim Fräsen, Biegen und Schneiden können Pins beschädigt werden. Verursacht man hier einen ESD-Schaden schlägt der möglicherweise auf den I/O-Controller des Mainboards durch. Fazit: Nur für Handwerker mit starken Nerven. |